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Ursprung des Konzeptes der sozialen Klassen

Der Begriff und das dazugehörige Konzept stammt von Henri de Saint-Simon, und wurde später von Karl Marx und anderen Sozialisten aufgenommen und verfeinert. Marx machte die Klasse zum zentralen Konzept seiner philosophischen, historischen, ökonomischen, politologischen und anthropologischen Analysen, weshalb der Begriff heute vor allem mit dem Marxismus und dem Kommunismus in Verbindung gebracht wird.



Soziale Klassen bei Karl Marx

Karl Marx verwendet den Begriff Klasse unterschiedlich:.

  • In seinen früheren Schriften beschreibt er konkrete Klassen in bestimmten gesellschaften, so z.B. in den Schriften, die sich mit der Bilanz der Revolution von 1848 und ihren Folgen beschäftigen, wie „Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850“ und „Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte“. Hier definierte er die Klassen nicht ausschließlich ökonomisch, sondern er nannte die gemeinsamen Existenzbedingungen in ihrer Gesamtheit, die eine Klasse von der anderen unterschieden. Darunter fielen z.B. ihre Lebensweise, ihre Interessen, ihre Bildung und ihre politische Organisation. Marx beschreibt detailliert die mannigfaltigen Beziehungen zwischen den Klassen, die Rolle des Mittelstandes, verschiedene Allianzen bzw. Koalitionen zwischen ihnen und sogar die mögliche Vertretung einiger dieser Klassen durch andere.

Am Ende des dritten Bandes nennt Marx auch die Klasse der Grundeigentümer. Unter diesem Gesichtspunkt könne es nur zwei Klassen geben: die produktiven LohnarbeiterInner und die industriellen KapitalistInnen. Zudem abstrahiert Marx hier auch von der Zirkulation des Kapitals ain den Märkten, indem er diese als funktionierend unterstellt. Marx hat sich aber auch hier nicht grundsätzlich dagegen ausgesprochen, in eine Klassenanalyse auch Merkmale des Überbaus wie Bildung und politik einzubeziehen. im Kapital analysiert er die unterschiedlichen Klassen abstrakter, als Resultat der Produktionsverhältnisse des Kapitalismus.In seinen späteren Werken, z.B. In seiner Darstellung der allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitalismus im ersten Band des Kapitals werden die Klassen aber zunächst sehr abstrakt beschrieben und Überbaumerkmale nicht berücksichtigt. Er beschreibt statt dessen nur den unmittelbaren Produktionsprozess.

14).“ (Koch 1994, S.„Bei der Klassentheorie handelt es sich also um einen Spezialfall eines wissenschaftlichen Programms, das sich in der fortschreitenden Rücknahme von Abstraktionen entwickelt: In dem Maße, wie man sich der ‚Oberfläche’ der sozialen Beziehungen nähert, werden sukzessive neue Bestimmungen des Klassenbegriffs aufgenommen.

Im "Kapital" beschreibt der Begriff Klasse nicht mehr nur empirisch bestimmte Bevölkerungsschichten, sondern Marx versucht, diese „Schichtungen“ zu erklären. Sie sollen selbst aus den spezifischen Produktions- und Reproduktionsverhältnissen der gesellschaft abgeleitet werden.

Marx geht davon aus, dass im Kapitalismus nur die Arbeit (genauer eigentlich die Arbeit des freien Lohnarbeiters im Unterschied zur Sklavenarbeit) wertschaffend sei (Arbeitswertlehre). Die Arbeitskraft, die von den Lohnarbeitern Verkauft wird, ist nach dieser Theorie die einzige Ware, deren Gebrauchswert darin bestehe, mehr Wert zu bilden, als sie selbst besitze. Denn ihr Wert werde - wie der Wert aller anderen Waren durch die zu ihrer Produktion notwendigen durchschnittlichen gesellschaftlichen Arbeitszeit bestimmt. Das heißt in diesem Fall, der Wert der Ware Arbeitskraft entspreche dem Wert aller Waren, die die ArbeiterInnen benötigen, um sich (einschließlich der "Ersatzmannschaft", des Nachwuchses) zu reproduzieren. Allerdings könnten die ArbeiterInnen länger arbeiten, als es notwendig sei, um nur das Äquivalent ihrer eigenen Reproduktion zu erzeugen. Denn: Arbeiten die ArbeiterInnen unter Kontrolle der KapitalistInnen, die ihre Arbeitskraft kaufen und diese Arbeitskraft dann in ihrem Interesse nutzen können, so sei das Produkt dieser Arbeit Eigentum der KapitalistInnen, nicht der ArbeiterInnen.

Der Mehrwert, auf den der Kapitalist als "Kapitalist" aus sei, werde gebildet, indem das Kapital die Arbeitskraft zeitlänger wirken lasse, als es zu ihrer eigenen Reproduktion notwendig sei. Der Arbeitstag der ArbeiterInnen zerfalle also in zwei Abschnitte: in die notwendige Arbeit, also in einen bezahlten Zeitabschnitt, der für die Reproduktion der Ware Arbeitskraft notwendig sei, und in einen unbezahlten Abschnitt, in die Mehrarbeit, in dem die ArbeiterInnen für die Kapitalisten arbeiteten.

Hierfür gebe es zwei Möglichkeiten:.Die KapitalistInnen suchten also im Klassenkampf beständig nach Mitteln und Wegen, um den unbezahlten Teil des Arbeitstages gegenüber dem bezahlten zu vergrößern.

  1. Die Steigerung der absoluten Mehrwertproduktion durch Verlängerung des Arbeitstages
  2. Die Steigerung der relativen Mehrwertproduktion: Hier wird bei gegebener Größe des Arbeitstages derjenige Teil ausgedehnt, in dem die ArbeiterInnen für die Kapitalisten arbeiten.

“ (Koch 1994, S.Die KapitalistInnen seien also in der Lage, sich das von den ArbeiterInnen geschaffene Mehrprodukt anzueignen. „Diese qualitativ unterschiedlichen Positionen innerhalb des kapitalistischen Produktionsprozesses kennzeichnet Marx folgerichtig als die Hauptklassen der kapitalistischen Produktionsweise: die Klasse der Lohnarbeiter und die der Kapitalisten. 22).

Dies führe dazu, dass sich die Trennung in ArbeiterInnen und Kapitalisten immer wieder reproduziere und also dauerhaft sei.Die KapitalistInnen konsumierten nun aber nicht den gesamten Mehrwert, sondern sie reinvestierten einen Teil davon und verwandelten ihn in Kapital zurück. Er diene somit der Kapital-Akkumulation. Die ArbeiterInnen hingegen könnten sich nicht die Arbeit von anderen aneignen, denn ihr Lohn reiche gewöhnlich nur zur Reproduktion ihrer eigenen Arbeitskraft aus. Daher stünden Kapitalisten und ArbeiterInnen nicht als gegensätzliche Klassen widereinander, sondern deren Ausgangspunkt wrede im Laufe des Akkumulationsprozesses ständig neu hergestellt.

um die einfachen WarenproduzentInnen (altes Kleinbürgertum), die noch selbst Eigentum an Produktionsmitteln hätten, aber keine oder nur wenige Arbeitskräfte ausbeuteten, und um die GroßgrundbesitzerInnen, die nur über Eigentum an Land verfügen, es aber nicht selbst bearbeiteten, sondern eine Grundrente bezögen.Neben ArbeiterInnen und Kapitalisten, also denjenigen Klassen, die direkt aus der kapitalistischen Produktionsweise hervorgingen, fänden sich in einer konkreten gesellschaftsformation noch weitere Klassen, die durch andere Produktionsweisen gekennzeichnet seien. Dabei handele es sich z.B.

Daher konkurrierten die Angehörigen dieser Klassen untereinander vermöge der kapitalistisch hergestellten Waren.Alle diese Produktionsformen und Klassen seien aber über den kapitalistischen Markt (die "Zirkulationssphäre" vermittelt.

"). Aber Marx und seine Nachfolger gingen davon aus, dass die Bewusstwerdung der ArbeiterInnenklasse quasi automatisch auf Grund ihrer objektiven Situation erfolgen werde ("Das Sein bestimmt das Bewusstsein.Allerdings bedeute die Existenz von objektiv existierenden Klassen noch nicht, dass sich ihre mitglieder ihrer Gemeinsamkeiten subjektiv bewusst seien und einheitlich aufträten. Diese Annahme hat sich nicht immer bestätigt.




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